Viele Besitzer von älteren Fahrzeugen kennen das lästige Problem: Schalter, Griffe oder Blenden kleben plötzlich und sehen unansehnlich aus. Ursache ist meist der sogenannte Softlack. Wir erklären, warum Softlack zu klebrigem Kunststoff führen kann und wie Sie ihn richtig entfernen, ohne Bauteile zu beschädigen.
Was ist Softlack und warum wird er klebrig?
Softlack ist eine gummierte Lackschicht, die vor allem in den 1990er- und 2000er-Jahren im Innenraum von Autos eingesetzt wurde. Hersteller wollten damit eine hochwertige, samtige Haptik erzeugen. Deshalb findet sich die Schicht häufig an folgenden Elementen:
- Fensterheberschalter
- Klimabedienelemente
- Türgriffe
- Mittelkonsole
- Radio- und Blendrahmen
Mit der Zeit reagiert Softlack empfindlich auf UV-Strahlung, Wärme, Feuchtigkeit und Hautfette. Die Oberfläche beginnt, sich aufzulösen. Sie wird stumpf und schließlich klebrig. Das Ergebnis ist ein unangenehmes Gefühl beim Anfassen der klebrigen Kunststoffteile und ein ungepflegt wirkender Innenraum. In diesen Fällen lohnt es sich, den alten Softlack zu entfernen.
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Was sind typische Anzeichen für beschädigten Softlack?
Bevor Sie über die Entfernung von Softlack nachdenken, sollten Sie sicher sein, dass es sich tatsächlich um eine solche Lackschicht handelt. In der Regel erkennen Sie beschädigten Softlack an folgenden Eigenschaften:
- Klebrige oder schmierige Oberfläche
- Matte, ungleichmäßige Optik
- Dunkle Flecken oder Verfärbungen
- Staub bleibt haften
- Farbe löst sich beim Reinigen
Wie lässt sich Softlack entfernen?
Abhängig vom Bauteil, das mit Softlack behandelt wurde, dem Zustand und Ihren persönlichen Ansprüchen gibt es verschiedene Methoden, um Softlack zu entfernen.
1. Softlack mit Isopropanol oder Alkohol entfernen
Zu den beliebtesten Methoden, um Softlack zu entfernen, gehört die Arbeit mit Isopropanol beziehungsweise Isopropylalkohol:
- Verwenden Sie ein weiches Tuch oder Mikrofasertuch.
- Tragen Sie den Alkohol sparsam auf.
- Reinigen Sie die Oberfläche vorsichtig und so lange, bis sich der Softlack vollständig gelöst hat.
Tipp: Softlack löst sich schrittweise. Entfernen Sie ihn deshalb mit Geduld und reiben Sie nur vorsichtig über das Bauteil, um den darunterliegenden Kunststoff nicht zu beschädigen.
2. Softlack mit Bremsenreiniger entfernen
Mit Bremsenreiniger lässt sich Softlack sehr schnell entfernen. Das Mittel wirkt allerdings aggressiv und kommt ausschließlich für robuste Kunststoffteile in Frage. Testen Sie die Methode vorab an einer unauffälligen Stelle und sprühen Sie den Bremsenreiniger nicht direkt aufs Bauteil. Geben Sie eine kleine Menge auf ein Tuch und reiben Sie vorsichtig über den Kunststoff. Stellen Sie dabei eine gute Belüftung sicher und tragen Sie am besten Handschuhe.

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3. Softlack mit acetonfreiem Nagellack entfernen
Bei einer dünnen Softlackschicht kann acetonfreier Nagellack zum Einsatz kommen. Er wirkt weniger aggressiv als Bremsenreiniger, sollte aber ebenfalls mit Vorsicht verwendet werden. Testen Sie auch dieses Mittel vorab an einer unauffälligen Stelle und geben Sie nur kleine Mengen auf ein weiches Tuch.
4. Softlack mechanisch entfernen
Ist der Softlack bereits sehr stark zerfallen, können ein Schleifvlies oder feines Schleifpapier mit einer Körnung zwischen 800 und 1.000 helfen. Diese Methode eignet sich allerdings nur, wenn Sie das Bauteil im Anschluss lackieren oder neu beschichten möchten. Ansonsten bleibt eine unschöne Oberfläche zurück.

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Was sollte man bei der Entfernung von Softlack vermeiden?
Im Online Forum finden sich zahlreiche Ideen, wie sich Softlack entfernen lässt. Allerdings eignen sich davon nicht alle für die tatsächliche Anwendung. Einige Methoden können mehr Schaden als Nutzen anrichten und den Kunststoff dauerhaft beschädigen:
- Scharfe Gegenstände oder Messer
- Grobes Schleifpapier
- Aceton, auch bei einer Verdünnung mit Wasser
- Aggressive Haushaltsreiniger wie Backofenreiniger
- Hochdruckreiniger

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Womit lässt sich die freie Oberfläche schützen?
Gerade bei Oldtimern und Youngtimern mit einem Baujahr zwischen den späten 1980er- und 2000er-Jahren ist alter Softlack ein häufiges Problem. Entfernen Sie den klebrigen Lack, können Sie den Innenraum optisch aufwerten und dadurch den Fahrzeugwert steigern. Vor allem bei Modellen aus den frühen 2000er-Jahren gehört die Softlack-Sanierung inzwischen fast zur Standardpflege.
Wichtig ist, dass Sie behutsam vorgehen und originale Bauteile besonders schonend behandeln. Im Anschluss können Sie die Oberfläche mit einer Kunststoffpflege nachbehandeln oder das Bauteil neu lackieren. Dafür kommen Kunststofflack oder Softlack in Frage. Bei neuem Softlack ist allerdings zu bedenken, dass auch diese Lackschicht wieder altern wird.
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