Pininfarina. Ein Name, der das Herz von Autofans weltweit höher schlagen lässt. Und das bereits seit Jahrzehnten. Gegründet Jahr 1930 im oberitalienischen Cambiano in der Nähe von Turin. Von Battista „Pinin“ Farina, einem italienischen Karosseriebauer, der im Jahr 1966 verstarb. Er machte aus der Pininfarina S.p.A. eine der führenden Marken für Automobil- und Industriedesign. Heute beschäftigt Pininfarina rund 500 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von rund 90 Millionen Euro. Wir werfen in diesem Blog-Artikel auf Retromanie einen besonderen Blick auf Pininfarina und knöpfen uns hierzu jeden Buchstaben des Unternehmensnamens einzeln vor. Viel Spaß beim Lesen und Erkunden! Pssst… Kennen Sie schon unser Interview mit Autodesigner Christopher Reim?
P wie Peugeot
Pininfarina designte nicht nur italienische Fahrzeugmodelle, sondern war auch in vielen anderen Ländern aktiv. Insbesondere für Peugeot war Pininfarina besonders fleißig. Beim 403, 404, 504 und 604 gestalteten die Italiener die Serienkarosserie und das elegante Erscheinungsbild. Beim 504 Coupé/Cabriolet, 205 Cabriolet, 306 Cabriolet und 406 Coupé baute Pininfarina sogar in eigenem Auftrag die Fahrzeuge in seinen Werken komplett zusammen. Daneben entstanden dort auch Modelle für Alfa Romeo, Fiat, Ford, Lancia, Volvo, Bentley und andere Marken.
I wie Italien
In Italien ist das Unternehmen zu Hause. Bis heute stehen die Designs, die von hier kommen, für die bekannte italienische Eleganz: Klare Linien, ausgewogene Proportionen und eine Mischung aus Sportlichkeit und Zurückhaltung. Turin war das Zentrum der frühen Arbeit: Dort entwarf Pininfarina Karosserien und arbeitete eng mit italienischen Herstellern wie Fiat, Lancia, Alfa Romeo und Ferrari zusammen. Auch die berühmte Ferrari-Partnerschaft begann in Italien, konkret zwischen Turin und Modena.
N wie nette Beschleunigung
Von 0 auf 100 km/h in unter 2 Sekunden. Das bietet der Pininfarina B95. Der vollelektrische Barchetta-Hypercar von Automobili Pininfarina ist ein offener Supersportwagen ohne festes Dach und ohne klassische Frontscheibe. Er wurde 2023 vorgestellt und ist auf nur 10 Exemplare limitiert. Anlass war das 95-jährige Jubiläum des Designstudios. Die Zahl spiegelt sich auch im Namen des Hypercars wider. Kostenpunkt: Schlappe 4,4 Millionen Euro.

Tower? Pininfarina! Bildquelle: resul – stock.adobe.com
I wie Istanbuler Flughafen
Pininfarina kann nicht nur Autos, sondern auch Gebäude. Am Istanbuler Flughafen hat Pininfarina den Flugsicherungsturm und ein technisches Begleitgebäude entworfen. Der Turm ist rund 95 Meter hoch, von der Tulpe als Symbol Istanbuls inspiriert und gilt als Wahrzeichen des Airports. Pininfarina übernimmt regelmäßige Aufträge außerhalb der Automobilwelt, etwa im Bereich Architektur – oder Designs für Züge, Lokomotiven, Seilbahnen, Schiffe, Superyachten und andere Luxusprodukte wie Stifte oder Möbelstücke.

Bildquelle: Timon – stock.adobe.com
N wie nicht von schlechten Eltern
Ursprünglich war Pininfarina ein echter Familienbetrieb. Nach der Gründung durch Battista „Pinin“ Farina (siehe oben), führten später mehrere Familienmitglieder die Firma weiter, darunter Sergio, Andrea und Paolo Pininfarina. Der Name „Pininfarina“ wurde sogar offiziell aus dem Familiennamen des Gründers, Battista Farina, abgeleitet und 1961 staatlich anerkannt. Das zeigt, wie stark die Firma über Jahrzehnte mit der Familie verbunden war.

Ein 1952er Ferrari 212 Inter Coupe. Bildquelle: Jim – stock.adobe.com
F wie Ferrari
Die Kooperation mit Ferrari war für Pininfarina die wichtigste und berühmteste Partnerschaft überhaupt. Sie begann 1951, nachdem Enzo Ferrari und Battista „Pinin“ Farina sich trafen; kurz danach kam der Ferrari 212 Inter als erstes gemeinsames Modell auf den Markt. Zu den bekanntesten und stilprägenden Ferrari-Modellen von Pininfarina zählen der 250 GT Berlinetta, der 365 GTB/4 Daytona, der Testarossa, der 550 Maranello und der F12berlinetta. Besonders der Testarossa gilt als eines der ikonischsten Pininfarina-Designs überhaupt.
A wie Automobili Pininfarina
Automobili Pininfarina ist die eigene Automarke unter dem Pininfarina-Namen, mit Schwerpunkt auf extrem sportlichen, kühn designten, vollelektrischen Fahrzeugen. Die Marke wurde gegründet, um eigene „Dream Cars“ zu bauen statt nur für andere Hersteller zu zeichnen, und konzentriert sich dabei auf Design, Technik und maßgeschneiderte Fertigung in Italien. Die Marke versteht sich als Ultraluxus-Automobilunternehmen. Zu den aktuell angebotenen Modellen gehören: Battista, Nino Farina, Anniversario, B95, oder der Pura Vision.
R wie Regen hat keine Chance
Dächer waren und sind für Pininfarina seit jeher eine wichtige Baustelle und elementarer Bestandteil guten Fahrzeugdesigns. Das Unternehmen wurde auch als Faltdach-Spezialist bekannt und entwickelte sowie produzierte Blechklappdächer für Marken wie Ford, Mitsubishi (z.b. Klappdach-Mini Colt CZC) und Volvo. Dabei ging es Pininfarina beim Dach nie nur um ein Bauteil, sondern um die komplette Wirkung des Autos: Silhouette, Proportionen, Mechanik und Alltagstauglichkeit.

Fiat Sport Spider, von Pininfarina als Roadster hergestellt. Marin – stock.adobe.com
I wie Indien
Seit dem Jahr 2015 gehört Pininfarina zum indischen Mischkonzern Mahindra. Pininfarina war damals finanziell angeschlagen und suchte schon länger nach einem starken Investor. Mahindra will sich mit der berühmten italienischen Designmarke Zugang zu mehr Stil, Prestige und Designkompetenz verschaffen. Beim Design hält der Konzern sich aber heraus und liefert eher im Hintergrund finanzielle Sicherheit und eine strategische Basis.
N wie neugierige Blicke willkommen
Pininfarina gilt als Cabrio-Spezialist, weil sie über Jahrzehnte immer wieder offene Autos so gezeichnet haben, dass sie trotz Verdeck oder ohne Dach eine starke, stimmige Silhouette behalten. Beispiele sind der Alfa Romeo Spider, der Peugeot 403/404/504 Cabriolet, der Ferrari 250 GT Cabriolet und verschiedene Fiat-Cabriolets. Gerade bei offenen Autos sind Proportionen, Heckabschluss und Verdecklinien extrem wichtig.

Lancia Beta Montecarlo. Bildquelle: Sergey Kohl – stock.adobe.com
A wie Ausblick
Pininfarina plant in Zukunft vor allem, seine Rolle als Luxus-Elektromarke auszubauen. Für Automobili Pininfarina ist laut aktuellen Berichten ein Portfolio mit mehreren Modellen vorgesehen, darunter ein elektrischer Crossover als nächster großer Schritt nach dem Battista und dem B95. Das Ziel sind auch weiterhin sehr kleine Stückzahlen, viel Individualisierung und neue Fahrzeugkategorien, die weder klassischer SUV noch reiner Sportwagen sein sollen. Wir drücken ganz fest die Daumen!
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Bildquelle Titelbild: mino21 – stock.adobe.com

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