Seit den 2000er Jahren gehört Audi zu den deutschen Premiumherstellern. Großen Anteil daran hatte die Entwicklung des Audi 100, der im März 1968 erstmals auf dem Markt erschien und bis August 1994 gebaut wurde – also insgesamt 26 Jahre lang. Abgelöst wurde die „C-Reihe“ anschließend vom Audi A6, der bis heute die obere Mittelklasse der Ingolstädter prägt. Insgesamt wurden rund 3,2 Millionen Audi 100 gebaut und verkauft. Die wichtigsten Produktionsstandorte: Ingolstadt und Neckarsulm.
Auf Retromanie stellen wir Ihnen die vier Modellgenerationen kurz mit ihren jeweiligen Besonderheiten vor und widmen uns dann 10 Fun Facts zum Audi 100, die Sie vielleicht noch nicht kannten. Anschnallen, und los!
Hier geht es direkt zu unserem Audi 100-Sortiment – und hier zu unserem Audi A6-Sortiment.
Die vier Generationen des Audi 100 im kurzen Überblick

Bildquelle: Reinhold Möller (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Audi_100_5311527.jpg), „Audi 100 5311527“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode
| Generation | Bauzeit | Motoren & Besonderheiten |
|---|---|---|
|
|
|

Bildquelle: SJS Carstyling Redaktion
| Generation | Bauzeit | Motoren & Besonderheiten |
|---|---|---|
|
|
|

Bildquelle: Mic from Reading – Berkshire, United Kingdom (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Terenure,_Co._Dublin_-_Ireland_(5995366502).jpg), „Terenure, Co. Dublin – Ireland (5995366502)“, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode
| Generation | Bauzeit | Motoren & Besonderheiten |
|---|---|---|
|
|
|

OSX (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1992_Audi_100_(4A)_2.8_quattro_sedan_(2015-08-07)_01.jpg), „1992 Audi 100 (4A) 2.8 quattro sedan (2015-08-07) 01“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-user
| Generation | Bauzeit | Motoren & Besonderheiten |
|---|---|---|
|
|
|
1. Streng geheimes Geheimprojekt
Der Audi 100 wurde zunächst ohne das Wissen bzw. ohne die Genehmigung der Volkswagen-Konzernspitze entwickelt. Nach der Übernahme der Auto Union durch VW im Jahr 1965 sollte das Werk in Ingolstadt eigentlich Produktionskapazitäten für den VW Käfer bereitstellen. Große neue Audi-Modelle waren nicht angedacht. Auto Union-Entwicklungschef Ludwig Kraus sah das aber gar nicht ein, und ließ heimlich den Audi 100 konzipieren, der letztendlich zum Erhalt der Marke Audi innerhalb des VW-Konzerns führte. Bei der Entwicklung der Limousine flossen auch Kraus‘ Erfahrung mit den legendären Silberpfeilen ein, denn er war zuvor Ingenieur bei Mercedes-Benz.
2. 100 Pferdchen sorgen für den Namen
Die Modellbezeichnungen der Audio-Modelle orientierten sich früher an der Motorisierung. Der Audi 60 hatte 60 PS, der Audi 75 75 PS und der Audi 100 eben 100 PS. Zumindest beim Audi 100 LS, der die 100 Pferdestärken aus seinem 1,8 Liter-Vierzylinder-Motor holte. Allerdings bedeutet das nicht, dass jeder Audi 100 tatsächlich exakt 100 PS hatte. Schon die erste Generation wurde in unterschiedlichen Leistungsstufen angeboten. Heute benennt Audi seine Modelle nach Klasse und Größe. A steht für PKW, Q für SUVs. Höhere Zahlen bedeuten größere Modelle. Ungerade Ziffern (wie A5) nutzen Verbrennungsmotoren. Gerade Ziffern (wie A6 e-tron) sind rein elektrisch. Die PS-Leistung wird nicht mehr am Heck gezeigt, sondern der genaue Antriebstyp (TFSI, TDI, e-tron).

Hat Audi beim Design bei Aston Martin gespickelt? Bildquelle: Jim – stock.adobe.com
3. Ein Hauch von Aston Martin
Das Audi 100 Coupé der ersten Generation erinnert verblüffend an den Aston Martin DBS beziehungsweise V8. Dabei bietet er alle Eigenschaften, die luxuriöse Gran Turismos in den 1970er Jahren ausmachten. Das lange Fastback-Heck, die seitlichen Entlüftungsöffnungen und die breiten Rückleuchten. Audi selbst spricht bei der Gestaltung vielmehr von deutlichen Einflüssen des damaligen italienischen Designs. Selten ist das Coupé trotzdem: Insgesamt entstanden nur 30.687 Exemplare. Damit gehört es heute zu den begehrtesten frühen Audi-Klassikern.
4. Aerodynamik? Können wir!
Als Audi 1982 den Audi 100 C3 präsentierte, sah dessen rundliche und auffallend glatte Karosserie im Vergleich zum kantigen Vorgänger geradezu futuristisch aus. Dahinter steckte jedoch keine reine Designspielerei. Audi hatte enormen Aufwand betrieben, um den Luftwiderstand zu reduzieren. Das Ergebnis war ein cW-Wert von nur 0,30. Damit war der Audi 100 C3 bei seiner Vorstellung laut Audi die strömungsgünstigste Serienlimousine der Welt. Die bündig eingesetzten Scheiben, glatte Karosserieflächen und zahlreiche Detailmaßnahmen halfen dabei, den Luftstrom möglichst ungestört am Fahrzeug vorbeizuleiten. Dabei steckte der Schock der Ölkrise noch in den Knochen der Autofahrer. Die gute Aerodynamik reduzierte auch den Spritverbrauch, im Schnitt lag er zwischen 7 und 12 Litern auf 100 Kilometern.

Wie viel Silberpfeil steckt im Audi 100? Bildquelle: andrey gonchar – stock.adobe.com
5. Die Sache mit der Skisprungschanze
Nein, der rote Audi 100 CS quattro aus dem weltberühmten Werbespot wurde nicht an einem Seil die Skisprungschanze hinaufgezogen. Rallye Profi-Harald Demuth saß im Jahr 1986 wirklich am Steuer. Die Steigung betrug bis zu 37,5 Grad beziehungsweise rund 80 Prozent, und innerhalb der Fahrt wurden etwa 47 Höhenmeter überwunden. Das Auto musste oben irgendwie wieder stehen bleiben. Dafür soll der Audi zusätzlich mit einer mechanischen Vorrichtung versehen worden sein, die sich beim Betätigen der Handbremse in den Untergrund krallen konnte. Das Sicherungsseil und weitere Sicherheitsmaßnahmen waren vor allem deshalb nötig, weil ein Rückwärtsrutschen von der Schanze katastrophale Folgen gehabt hätte. 2005 wurde der Spot übrigens noch einmal neu aufgelegt.
6. Fünf Zylinder, die Herzen höher schlagen lassen
Der unverwechselbare Klang eines Audi-Fünfzylinders lässt Fans der Marke bis heute in Ekstase geraten. Erstmals vorgestellt wurde das Triebwerk 1976 mit dem Audi 100 C2, intern Typ 43: Der 2,1-Liter-Einspritzer leistete 136 PS; die Auslieferung des Audi 100 5E begann 1977. Audi hatte damit einen ungewöhnlichen Mittelweg gewählt: Der Motor sollte mehr Leistung und Laufkultur als ein Vierzylinder bieten, gleichzeitig aber kompakter als ein Reihensechszylinder bleiben. Später entwickelten sich daraus Turbo-, Diesel- und Hochleistungsvarianten – und letztlich jene Fünfzylinder, die mit dem quattro im Motorsport berühmt wurden.

Audi 100 Coupé S von innen. Bildquelle: jackreznor – stock.adobe.com
7. Mein Feind, der Rost
Die Autos der 1970er und früher 1980er-Jahre hatten häufig große Rostprobleme. Audi machte deshalb beim Audi 100 C3 einen enormen Schritt beim Korrosionsschutz. Im Zuge der Modellpflege im Herbst 1985 führte Audi beim Audi 100 und Audi 200 vollverzinkte Karosserien in der Großserie ein. Die Stahlbleche waren je nach Bauteil feuer- oder elektrolytisch verzinkt. Für Audi war die Technik ein wichtiges Qualitätsmerkmal und später ein starkes Verkaufsargument. Sie trug wesentlich dazu bei, dass überraschend viele Audi 100 C3 selbst Jahrzehnte später noch existieren.

Der Kultmotor nahm seinen Anfang bei Audi. Bildquelle: R_Yosha – stock.adobe.com
8. Erster TDI-Motor des VW-Konzerns
Der erste Motor mit der späteren Kultbezeichnung TDI („Turbocharged Direct Injection“, auf Deutsch sinngemäß: Turbo-Direkteinspritzung, Anm. d. Red.) erschien 1989 im Audi 100. Audi hatte mehr als 13 Jahre daran gearbeitet, die aus Nutzfahrzeugen bekannte Diesel-Direkteinspritzung so zu verfeinern, dass sie auch in einer komfortablen Limousine überzeugte. Ganz allein waren die Ingolstädter mit dieser Idee allerdings nicht: Fiat brachte bereits 1987 den Croma TD i.d. mit Turbo-Diesel-Direkteinspritzung auf den Markt, 1988 folgte der Austin Montego MDi. Diese Fahrzeuge zeigten bereits, welches Potenzial die Direkteinspritzung bei Verbrauch und Leistung bot. Audi gelang es anschließend, das Prinzip mit Turboaufladung und einer präzisen elektronischen Motorsteuerung besonders konsequent weiterzuentwickeln. Der 2,5-Liter-Fünfzylinder im Audi 100 leistete 120 PS und kräftige 265 Nm. Er wurde zum Ausgangspunkt für die legendäre TDI-Familie von Audi und Volkswagen, die den Dieselmotor in den 1990er-Jahren endgültig vom sparsamen Langweiler zum kräftigen Langstreckenmotor machte.

Ein Audi 100 Coupé S aus dem Jahr 1976. Bildquelle: Sergey Kohl – stock.adobe.com
9. Audi A6 oder doch Audi 100?
1994 wurde aus dem Audi 80 der A4 und aus dem Audi 100 der A6. Beim Audi 100 war der Übergang besonders fließend. Der erste A6 war im Grunde eine überarbeitete Version des Audi 100 C4. Die interne Baureihenbezeichnung C4 blieb sogar bestehen. Erst die nachfolgende Generation A6 C5 war eine komplette Neukonstruktion. Somit kann man einen späten Audi 100 C4 und einen frühen A6 C4 fast als Geschwister mit unterschiedlichen Namen betrachten.
10. In den USA wurde besonders dick aufgetragen
In Nordamerika wurde der Audi 100 ab Ende der 1970er-Jahre unter dem Namen Audi 5000 verkauft. Dahinter steckte vor allem der neue Fünfzylindermotor: Die „5“ spielte auf die fünf Zylinder an, während die vier Nullen optisch gut zu den vier Audi-Ringen passten. Zunächst betraf dies den Audi 100 C2, später wurde auch der C3 in den USA als Audi 5000 angeboten. Außerdem wirkte die Zahl deutlich beeindruckender als 100. Die US-Versionen unterschieden sich teilweise deutlich von ihren europäischen Verwandten. Wegen amerikanischer Sicherheits- und Abgasvorschriften erhielten sie unter anderem größere Stoßfänger, andere Scheinwerfer und angepasste Motoren. Außerdem waren die Fahrzeuge häufig sehr umfangreich ausgestattet – etwa mit Automatik, Klimaanlage, Tempomat, elektrischen Fensterhebern und Lederausstattung.

Der Herr der Ringe. Bildquelle: Dmytro – stock.adobe.com
Ihr Audi in besten Händen – bei SJS Carstyling
Ob Audi 100, Audi 80, quattro oder ein ganz anderer Old- und Youngtimer: Bei SJS Carstyling finden Auto-Fans Felgen, Reifen sowie Teile für Interieur und Exterieur. Auf YouTube, TikTok, Instagram und Facebook gibt es außerdem regelmäßig spannende Geschichten, besondere Fahrzeuge und automobile Nostalgie. Schauen Sie gerne vorbei – oder senden Sie uns Ihre Themenidee an redaktion@sjs-carstyling.com.
Bildquelle Titelbild: Gaschwald – stock.adobe.com

0 Kommentare