Oldtimer stehen für Technikgeschichte, Emotionen und Leidenschaft. Dass klassische Fahrzeuge in Deutschland weiterhin hoch im Kurs stehen, zeigt die aktuelle Classic Studie 2025. Die Untersuchung wurde von der Marktforschungsfirma Wolk & Nikolic gemeinsam mit mehreren Verbänden der Automobilwirtschaft vorgestellt und beleuchtet Trends, Herausforderungen und wirtschaftliche Aspekte rund um historische Fahrzeuge.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Oldtimer nach wie vor ein wichtiger Teil der automobilen Kultur sind und in der Bevölkerung ein überraschend positives Image genießen. Im Download kostet die Studie 895 EUR. Wir haben die wichtigsten Botschaften für Sie gratis zusammengestellt.
Die Classic Studie basiert auf einer breiten Datengrundlage: Insgesamt wurden 2.254 Fahrzeughalter befragt, darunter 2.104 Oldtimer- und 775 Youngtimer-Besitzer, zu insgesamt 4.185 Fahrzeugen. Ergänzend erfolgten Befragungen von 104 Werkstätten mit Classic-Engagement und 38 Branchenexperten aus Handel und Bewertung. Zusätzlich flossen Bestandsdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), interne Datenbanken und relevante Branchenstudien in die Analyse ein.

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Mehr als 82 Prozent der Autofahrer freuen sich über Oldtimer auf der Straße
Eine der zentralen Erkenntnisse der Oldtimer Studie ist die hohe Zustimmung in der Bevölkerung. 82 Prozent der Autofahrer freuen sich, wenn sie einen Oldtimer auf der Straße sehen. Damit sind historische Fahrzeuge deutlich positiver besetzt, als manche vielleicht vermuten würden.
Oldtimer gelten für viele Menschen als rollendes Kulturgut und als sichtbarer Teil der Automobilgeschichte. Sie wecken Erinnerungen an vergangene Zeiten und zeigen, wie sich Technik, Design und Mobilität über Jahrzehnte entwickelt haben.
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90 Cent pro Kilometer für Wartung und Unterhalt
Neben dem emotionalen Wert spielt auch die wirtschaftliche Bedeutung eine große Rolle. Oldtimerhalter investieren beachtliche Summen in ihre Fahrzeuge. Laut Classic Studie 2025 geben Besitzer durchschnittlich 90 Cent pro gefahrenen Kilometer allein für Wartung und Unterhalt aus. Steuern und Versicherungen sind noch nicht eingerechnet.
Diese Investitionen betreffen vor allem Werkstätten, Ersatzteile, Restaurierungen und Spezialdienstleistungen. Dadurch entsteht ein umfangreicher Wirtschaftszweig rund um klassische Fahrzeuge. Werkstätte, Teilehändler und Restaurationsbetriebe profitieren von der Leidenschaft vieler Besitzer für ihre Fahrzeuge.
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Oldtimer werden im Schnitt 2.500 Kilometer pro Jahr bewegt
Ein weiterer interessanter Punkt der Oldtimer-Studie betrifft die Umweltbilanz historischer Fahrzeuge. Obwohl ältere Autos technisch oft weniger effizient sind als moderne Modelle, spielt ihr Einfluss auf die Umwelt insgesamt eine kleine Rolle. Grund dafür ist die geringe Nutzung.
Die Marktentwicklung im Oldtimer-Segment bleibt positiv: Zwar hat sich das Wachstum bei aktuell rund 1,45 Millionen zugelassenen Oldtimern leicht verlangsamt, doch die Branche blickt zuversichtlich in die Zukunft. In den nächsten 5 bis 7 Jahren wird ein stabiler Markt erwartet, getragen von anhaltendem Interesse an erschwinglicheren Volumenmodellen und einer breiter werdenden Käuferzielgruppe, die den Erhalt und die Nutzung klassischer Fahrzeuge neu interpretiert.
Oldtimer werden im Durchschnitt rund 2.500 Kilometer pro Jahr gefahren. Im Vergleich legt ein durchschnittlicher Pkw jährlich mehr als 12.000 Kilometer zurück. Insgesamt entfallen lediglich 0,6 Prozent der gesamten Fahrleistung auf Oldtimer. Damit relativiert sich der oft diskutierte Umweltaspekt deutlich.
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Durchschnittsalter der Oldtimer-Besitzer bei über 60 Jahren
Die Classic Studie zeigt auch, dass sich die Oldtimer-Szene verändert. Das Durchschnittsalter der Besitzer liegt derzeit bei über 60 Jahren. Gleichzeitig wächst eine neue Generation von Enthusiasten heran.
Besonders Fahrzeuge aus den 1990er- und frühen 2000er-Jahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese Youngtimer sind für viele jüngere Fans attraktiver, da sie erschwinglicher sind und häufig einen persönlichen Bezug zur eigenen Jugend herstellen.

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Generationenübergreifend: Wer gerne Fotos von Oldtimern und Youngtimern macht, findet in einem weiteren Beitrag praktische Tipps zum Carspotting.
Fachkräftemangel und Ersatzteile: Herausforderungen für die Branche
Trotz der positiven Entwicklung gibt es auch Herausforderungen. Die Classic Studie stellt vor allem den Fachkräftemangel und die Ersatzteilversorgung in den Mittelpunkt. Hintergrund ist, dass viele Werkstätten, die sich auf klassische Fahrzeuge spezialisiert haben, vor einem Generationenwechsel stehen.
Gleichzeitig wird es bei manchen Marken immer schwieriger, passende Ersatzteile zu finden. Laut Studie könnte eine schlechte Teileversorgung langfristig dazu führen, dass bestimmte Fahrzeugmodelle nicht mehr fahrbereit gehalten werden können. Um dem entgegenzuwirken, gewinnt der Wissenstransfer zwischen erfahrenen Fachkräften und jungen Mechanikern zunehmend an Bedeutung.
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SJS-Carstyling: Wir erhalten Ihre Young- und Oldtimer im Bestzustand
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Auf unserem exklusiven Oldtimerblog lesen Sie außerdem jede Woche neue Themen aus der Old- und Youngtimer-Szene. Wir teilen mit Ihnen unser Fachwissen, lustige Fun Facts und interessante News – vom Kaltstart beim Oldtimer über ein Porträt von Veglia Borletti bis hin zu einem exklusiven Interview mit den Machern der Restaurator-App.
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