Das VW W12 Coupé Nardò: Als Volkswagen nach den Sternen griff

von | Juni 1, 2026 | Allgemein | 0 Kommentare

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Ein deutscher Supersportwagen, der es mit Lamborghini, Ferrari und Co. aufnehmen konnte – und dabei aus dem Hause Volkswagen stammt? Was heutzutage unvorstellbar klingt, war Ende der 1990er Jahre Realität. VW-Boss Ferdinand Piëch hatte einen Traum, und seine Ingenieure setzten ihn in die Tat um. Ein großer und zuverlässiger 12 Zylinder-Motor mit 600 PS in einer sogenannten „W-Anordnung“, dazu ein atemberaubendes Design von niemand Geringerem als Giorgio Giugiaro – und einige spektakuläre Weltrekorde. Leider blieb es beim W12 Coupé bei einem Konzept, von dem heute nur wenige Exemplare vorhanden sind. Unvergesslich ist dieser Traumwagen dennoch. Und wir von Retromanie widmen ihm deshalb diesen Artikel.

Volkswagen W12 - 5

Bildquelle: Klaus Nahr from Germany (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Autostadt_Wolfsburg_-_ZeitHaus_-_Volkswagen_Nardo_-_Flickr_-_KlausNahr.jpg), „Autostadt Wolfsburg – ZeitHaus – Volkswagen Nardo – Flickr – KlausNahr“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode

Erste Präsentation des W12 Coupés

Bereits 1997 wurde das erste Konzept vorgestellt. Damals als leuchtend gelbes Coupé mit einem 5,8 Liter-W12-Motor mit 420 PS. Damals hatte der Flitzer noch einen Syncro-Allradantrieb, dieser fiel der späteren Weiterentwicklung des Motors zum Opfer. Das überarbeitete Coupé feierte dann im Jahr 2001 auf der Tokyo International Motor Show Premiere. Die noch extreme Version stand in leuchtendem Orange auf der Bühne und verfügte nun über ein 6,0 Liter-Aggregat mit spektakulären 600 PS.

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Unter VW-Chef Piëch sorgte der Wolfsburger Autobauer Anfang der 2000er immer wieder für Aufsehen. Bildquelle: onurcepheli – stock.adobe.com

Design und Besonderheiten des Supersportwagens

Das W12-Coupé präsentiert sich mit klaren Linien, einer tropfenförmigen Silhouette und einer Karosserie, die konsequent aerodynamisch optimiert wurde. Die Scherentüren (Scissor Doors) öffnen sich nach oben, was nicht nur cool aussieht, sondern auch praktisch auf dem Supermarkt-Parkplatz ist. 😉 Die transparente Motorhaube im Heckbereich gewährt Einblicke in die Motorenwelt des W12 Coupés. Der Spoiler fährt ab Tempo 120 km/h automatisch aus. Mit seinem niedrigen Schwerpunkt, den BBS-Felgen und der extrem niedrigen Karosserieform erinnert das Fahrzeug an Formel 1-Rennwagen.

Volkswagen W12 - 3

Namensgeberin des Nardò. Die süditalienische Stadt mit der kreisrunden Rennstrecke. Bildquelle: rh2010 – stock.adobe.com

Die technischen Daten des VW-Boliden

  • Motorform: W12-Motor (Sauger), aus zwei V6-Modulen zusammengesetzt
  • Motorleistung: 600 PS (440 kW)
  • Maximales Drehmoment: 620 Nm
  • Beschleunigung von 0-100 km/h: 3,5 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
  • Gewicht: 1.200 kg
  • Länge: 4,55 m
  • Breite: 1,92 m
  • Höhe: 1,10 m (damit extrem flach)

Der Nardò als Technologieträger

Es ist kein Geheimnis, dass der über 1.000 PS starke Bugatti Veyron und dessen W16-Motor eng mit der Entwicklung und dem Austesten von Grenzen bei der Entwicklung und Erprobung des W12 Nardos zusammenhängen. Und auch andere Premium-Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern trugen die hochentwickelte Technik in sich, zum Beispiel der VW Phaeton, Lamborghini Murciélago, Bentley Continental GT oder der Audi R8. Diese konzerninterne Konkurrenz verhinderte schlußendlich dann auch die Produktion des W12 Coupés, wodurch heute nur eine Handvoll Exemplare des Sportwagens exisitieren. Eines davon ist übrigens im ZeitHaus in der Autostadt in Wolfsburg zu bestaunen.

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Wie viel W12 steckt im Bugatti Veyron? Bildquelle: Zoran Karapancev – stock.adobe.com

Faszinierende Geschwindigkeitsrekorde in Nardò

Mattschwarz war die Karbonkarosserie des W12 Nardò Coupés, das auf der kreisrunden Teststrecke Nardò in Süditalien Geschwindigkeitsrekorde en masse aufstellte, die bis heute ungeschlagen sind (daher auch der Name „Nardò). Einer der damaligen Rennfahrer, Dieter Depping, berichtet in einem Spiegel-Interview von dem mulmigen Gefühl, welches die Rekordfahrten begleitete. Schließlich war der Wagen erst einen Tag zuvor fertig geworden. 24 Stunden lang fuhren die insgesamt sechs Rekordpiloten im Kreis, besonders bei Nacht sei das extrem eintönig gewesen. Insgesamt wurden über 7.000 Kilometer an einem Stück zurückgelegt und unter anderm diese Rekorde geknackt:

  • Weltrekord über 24 Stunden mit durchschnittlich 322,89 km/h
  • Weltrekord über die Langstrecke von 5.000 Kilometern mit fast 325 km/h Durchschnitt

  • Weltrekord über 6 Stunden mit 325,58 km/h Durchschnitt 

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